Teil 18
Einen stechenden Schmerz spürte ich in meiner linken Brust.
Es fühlte sich an, als würde jemand gegen meine Brust drücken.
Immer und immer wieder.
Als das Drücken aufhörte, lief ein leichter Strom durch meinen Körper.
Ein leichter, nicht schmerzhafter Strom, der bis in die letzte Haarsträhne lief.
Dennoch fühlte es sich wie eine leichte Brise milder Luft an.
Eine leichte Brise, die in mir ein Feuerwerk der Gefühle auslöste.
So schnell es kam, verschwand es schon wieder.
Vielleicht wurde dies ausgelöst, weil ich meinen besten Freund vor mir gesehen habe.
Ein zaghaftes, zurückhaltendes Lächeln, wie ich es noch nie zuvor bei ihm gesehen habe.
„George…?“, fragte ich erschrocken.
„Iz…“, flüsterte er mit ruhiger Stimme.
„Was…was machen wie hier?“.
Er schaute mir tief in die Augen. Ich konnte von seinen Augen ablesen, was er mir sagen wollte. Seine Augen hatten eine so starke Aussagekraft, wie bei keinem anderen Menschen auf dieser Welt.
„Oh, nein…!“, rief ich.
„Die bessere Frage wäre, was du hier machst“, antwortete er.
Ich spürte, wie sich Tränen in meinen Augen bildeten. Ich schloß die Augen und ging in mich.
Ein starkes helles Licht erleuchtete in mir, dass meinen Körper eine angenehme Wärme gab.
Was hatte dieses helle Licht zu bedeuten? War dies das Licht, wovon viele sagen, dass dieses Licht zum Himmel führt? Bin ich deswegen hier? Ich war in einer tiefen Trance. Nach einem Moment wurde mir klar, wieso ich hier bin. Ich öffnete meine Augen, woraufhin mich George fragwürdig anschaute.
„Ich bin deinetwegen hier“, sagte ich ihm.
„Meinetwegen?“, fragte er verwundert.
„George, du darfst nicht gehen!“, stieß ich laut hervor.
„Und was wird aus Meredith, Cristina und mir?“, fügte ich hinzu.
„Iz…“, sagte er fürsorglich.
Ich schaute ihn fragwürdig an. Ich versuchte aus seinen Augen abzulesen, was er mir sagen wollte. Aus irgendeinem Grund gelang es mir nicht. Mir kam es so vor, als ob er sich mir immer mehr entfernte. Jede Sekunde, die verging, entfernte er sich ein kleines Stück von mir. Zwar stand er immer noch an derselben Stelle, aber ich spürte, wie er sich seelisch immer weiter von mir entfernte. Es war so, als würde er bald in den Himmel aufsteigen.
„George…!“, rief ich.
„Iz, meine Zeit ist gekommen“, flüsterte er.
„Nein, George! Wie sollen wir nur ohne dich leben? Erklär mir das bitte!“, antwortete ich verzweifelt.
„Ihr werdet alle glücklich weiterleben können. Sehe dir Alex an. Seit dem er mit dir eine Beziehung angefangen hat, fing er an, sich weiter zu entwickeln. Er hat sich zugestehen müssen, dass er dich liebt. Dies war ein riesiger Schritt für ihn. Er hat nicht nur gelernt, wie er in leichten Zeiten klar kommen muss, sondern auch in schwierigen Zeiten. Er hat gelernt, Verantwortung zu tragen. Und das nur für dich, Izzie. Er hat dies alles für dich getan. Er liebt dich und du liebst ihn. An seiner Seite seid ihr ein unschlagbares Team. Du brauchst nichts Weiteres als Alex. Du wirst glücklich werden“, sagte er mit sanfter Stimme.
Eine Träne lief auf meiner Wange entlang. Ich spürte, wie die Träne auf meiner Haut entlang lief. Plötzlich sah ich nur noch verschwommen, da sich immer mehr Tränen bildeten. So berührt von Georges Worten, vergaß ich, dass ich George nicht gehen lassen durfte.
„Das stimmt nicht. Meine Erlebnisse mit Alex wären nicht halb so toll, wenn ich sie nicht meinem besten Freund erzählen könnte und sie mit ihm teilen würde“, antwortete ich selbstsicher.
„Iz…“, sagte er, während er eine Träne wegwischte.
Ich streckte ihm meine Hand zu, worauf er zögerlich reagierte. Jede Chance wollte ich nutzen, um George wieder auf die Seite des Lebens zu bringen, auch wenn es in aller letzter Sekunde ist. Ich blickte ihm noch mal in die Augen, worauf ich spürte, dass die Zeit knapp ist und er nur noch wenig Zeit hat, um sich für das Leben zu entscheiden.
„George, nimm meine Hand!“, rief ich ihm zu.
Er nickte mir zu, worauf er versuchte, einen Schritt vorwärts zu gehen. Nachdem er am Fahrstuhl angekommen ist, griff er nach meiner Hand. Unsere Hände berührten sich, woraufhin ich ihn in den Fahrstuhl zog. Die Fahrstuhltür schloss sich und fuhr nach unten zurück ins Leben. Vor Erschöpfung lehnte er seine Stirn auf meine Stirn. Langsam spürten wir, wie wir zurück ins Leben zurückkehrten.
„Danke, Iz“, flüsterte er.
„Du bist doch mein bester Freund“, flüsterte ich ihm leise zu.