Kapitel 88
Die Hochzeitsfeier
„Bist du noch sauer?“ Alex schob Izzie ein Stück von sich weg und sah sie mit fragendem, beinahe schuldbewußtem Blick an, während er versuchte, dem Takt der Musik zu folgen, die die Hochzeitsband spielte.
„Du meinst, weil du mich monatelang angelogen und mir das mit der Hochzeit verschwiegen hast?“ Izzie rollte dramatisch mit den Augen. „Wie kommst du darauf, dass ich sauer sein könnte?“
„Nun, vielleicht lag es an deinem Blick, kurz bevor der Pfarrer uns getraut hat“, meinte Alex trocken. „Ich dachte für einen Moment wirklich, dass du dich umdrehen und aus der Kirche rennen würdest.“
Izzie nickte. „Für ungefähr eine Millisekunde hatte ich auch diesen Gedanken“, gestand sie schmunzelnd. „Aber dann begann der Pfarrer mit seiner Rede, und ich wusste, dass es kein Zurück mehr gab.“
„Und, hast du es schon bereut?“ hakte Alex stirnrunzelnd nach.
„Was meinst du?“
„Mich geheiratet zu haben.“ Er rollte ungeduldig mit den Augen.
„Frag mich nochmal in 50 Jahren“, erwiderte Izzie grinsend. „Wir sind gerade mal 2 Stunden verheiratet. Ich hatte noch nicht soviel Zeit, mir ein Bild von der Ehe zu machen.“ Sie sah zu den anderen Tänzern hinüber, die sich mit ihnen auf der Tanzfläche befanden. „Schau, wie glücklich sie alle sind!“
Alex zog sie noch ein wenig fester in seine Arme. „Die anderen sind mir egal“, sagte er knapp. „Mich interessiert nur, ob du glücklich bist.“
Izzie nahm sein Gesicht in beide Hände und küsste ihn zärtlich. „Beantwortet das deine Frage?“ fragte sie danach leise.
„Vollkommen!“ Er hob ihr Kinn sanft an und sah ihr dabei tief in die Augen. „Ich liebe dich, Isobel Katherine Karev! Was ich in der Kirche gesagt habe, habe ich ernst gemeint. Von nun an werden wir alles gemeinsam entscheiden.“ Er nickte mit ernstem Gesicht. „Und auch keine Lügen und Geheimnisse mehr. Ich schwöre es!“
Izzie biss sich auf die Lippen. Keine Lügen und Geheimnisse mehr, hatte er gesagt. Doch es gab etwas, was sie ihm bisher verschwiegen hatte. „Alex, ich ...“ begann sie stockend. „Wenn wir nachher alleine sind, dann … dann muss ich dir etwas sagen.“
„Das klingt ernst.“ Er runzelte die Stirn. „Worum geht es?“
Nervös schaute sich Izzie um. „Nicht hier, okay? Ich erzähle es dir später, wenn die Feier zu Ende ist.“
„Ein kleiner Hinweis vielleicht?“ bat er grinsend.
Izzie seufzte leise auf. „Na schön, aber nur ein kleiner Hinweis.“ Sie holte tief Luft. „Ich hatte vor einigen Tagen einen Termin bei Dr. Snyder, und ...“ Weiter kam sie nicht, denn kaum hatte sie den Namen ihrer Gynäkologin ausgesprochen, blieb Alex abrupt stehen und sah sie mit alarmiertem Blick an.
„Geht es dir gut? Ist mit den Babys alles okay?“ erkundigte er sich besorgt.
Izzie sah aus den Augenwinkeln, dass auch einige von den Tänzern stehen geblieben waren und zu ihnen hinüber schauten. „Es ist alles in Ordnung … mit mir und den Zwillingen“, sagte sie hastig. Sie sah mit Erleichterung, wie sich Alex' Gesichtszüge entspannten.
„Okay, was ist es dann? Weshalb hattest du bei Dr. Snyder einen Termin außer der Reihe?“ bohrte er weiter nach.
Izzie kam sich vor, wie bei einem Verhör. Und sie bereute es bereits, überhaupt davon angefangen zu haben. „Ich sage es dir“, presste sie leise hervor. „Aber tanz weiter! Es schauen schon alle rüber und wundern sich, wieso wir stehen geblieben sind.“
„Ist mir egal!“ sagte er störrisch.
„Aber mir nicht! Bitte Alex!“ Izzie sah ihn flehend an. „Weißt du, dass du mir gerade meine ganze schöne Überraschung, die ich für heute Abend geplant hatte, kaputt machst?“ stieß sie frustriert hervor.
„Was mache ich?“ Er sah sie verstört an. „Ich verstehe nicht, wovon du redest.“
„Ich war bei Dr. Snyder, weil ich das Geschlecht der Zwillinge erfahren wollte“, sprudelte es dann aus Izzie hervor. „Ich wollte dich damit überraschen. Deshalb habe ich dir noch nichts davon erzählt!“
Alex' verdutzter Gesichtsausdruck war nicht gespielt. „Und du weißt es jetzt?“ fragte er zaghaft nach.
Izzie nickte. „Aber bevor ich es dir sage möchte ich dich bitten, auf deinen selbstgefälligen Blick zu verzichten, den du immer auflegst, wenn du bei einer Sache Recht hattest! So nach dem Motto „Habe ich es dir nicht gleich gesagt?“ Sie rollte mit den Augen, als sie sah, wie Alex' Mundwinkel nach oben gingen. „Ich sagte
nicht diesen Blick!“
„Wir kriegen ein Mädchen?“ fragte er vorsichtshalber noch einmal nach, obwohl er die Antwort bereits erahnte.
„Zwei“, korrigierte Izzie schmunzelnd. „Damit das klar ist. Du bist mir jetzt noch einen Sohn schuldig!“ Sie bohrte spielerisch empört einen Finger in seinen Bauch. „Und ich nehme hiermit mein Recht als Mutter in Anspruch, wenigstens
einen Namen auszusuchen.“
„Kein Problem.“ Alex nickte grinsend. „Wow, zwei Mädchen!“ Er lachte leise. Und ehe es sich Izzie versah, hatte er sie hoch gehoben und drehte sich einmal mit ihr im Kreis, bevor er sie wieder vorsichtig auf dem Boden absetzte. „Hey Leute!“ rief er laut und deutlich in die tanzende Menge hinein. „Wir haben eine Ankündigung zu machen!“
Ein Raunen ging durch die Menge, und alle bleiben stehen und schauten zu dem frischgebackenen Ehepaar hinüber.
„Sie hat es ihm gesagt“, flüsterte Ally ihrem Vater zu, mit dem sie zuvor noch getanzt hatte.
„Was hat sie ihm gesagt?“ James Karev sah seine Tochter verwirrt an.
„Wirst du gleich hören.“ Ally zwinkerte ihrer Schwägerin verschwörerisch zu.
Izzie's Augen schimmerten feucht, als sie allen Anwesenden mitteilte, dass Alex und sie zwei Töchter bekommen würden.
„Wollen wir jetzt auch ...?“ Meredith ließ den Satz offen, doch Derek verstand auch so, was sie meinte. Er nickte lächelnd. „Also“, begann sie und wandte sich dem Brautpaar zu. „Wir haben gestern erfahren, dass unser Haus so gut wie bezugsfertig ist. Deshalb wollten wir euch, liebes Brautpaar, den Vorschlag machen, bzw. euch fragen, ob ihr nicht Lust hättet, das Grey Haus zu übernehmen?“ Sie fuhr schnell fort, bevor einer der beiden darauf antworten konnte. „Was die Kosten angeht … Da finden wir schon eine Lösung.“ Sie grinste den beiden zu. „Aber mit zwei quirligen Mädchen braucht ihr auf jeden Fall mehr Platz, als im Apartment zur Verfügung steht.“
„Oh Mer ...“ Izzie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, als sie auf ihre Freundin zuging und sie umarmte. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, stammelte sie gerührt.
„Sag einfach, „ja“!“ Meredith erwiderte die Umarmung und zwinkerte Alex über Izzie's Schulter hinweg zu.
„Klar nehmen wir das Haus!“ Er zwinkerte zurück. „Wer kann so ein Angebot schon ausschlagen?“
„Und das Gute ist, dass ihr für euer altes Apartment nicht mal einen Nachmieter suchen müsst“, mischte sich nun auch Ally mit in die Diskussion ein. „Ich übernehme freiwillig die Mietkosten!“ Sie lachte über Alex' verdutztes Gesicht.
„Ihr habt das alles schon vorher geplant gehabt, oder?“ fragte er grinsend.
Ally, Meredith und Derek nickten gleichzeitig. „Wir wollten dich auch mal überraschen“, meinte Meredith schmunzelnd. „Und jetzt, wo Derek und ich in unser eigenes Haus ziehen werden, kann ich mir keine besseren Nachfolger dafür vorstellen.“
Alle klatschten begeistert Beifall.
Alex legte seinen Arm um Izzie's Taille und drückte sie an sich. „Ich bin kein Mann großer Worte, deshalb sage ich jetzt einfach nur schlicht „Danke!“ Danke, dass ihr alle gekommen seid und mit uns gemeinsam feiert!“ Er gab der Band ein Zeichen, dass sie weiterspielen sollte. Und es dauerte nicht lange, bis die Tanzfläche wieder mit Tänzern gefüllt war.
Martha Karev sah lächelnd zu Robbie Stevens hinüber, die aufgelöst in Tränen neben ihr am Tisch saß und auf die Tanzfläche starrte. „Wir alle haben Gründe, dankbar zu sein. Denkst du nicht?“
Robbie nickte. „Einen besseren Mann als euren Sohn hätte meine kleinen Cricket nicht finden können.“ Sie wischte sich mit einem Taschentuch über die Augen. „Aber das Schönste für mich ist, dass Izzie mir verziehen hat und wir wieder eine Familie sind!“
Martha nickte. „Blut ist eben doch dicker als Wasser. Und sie werden immer unsere Kinder bleiben, egal was passieren wird. Wir müssen nur lernen, sie loszulassen, wenn es an der Zeit ist.“ Sie sah zu Ally und ihrem Vater hinüber und lächelte, als sie sah, wie harmonisch beide miteinander tanzten.
„Glaubst du, dass wir immer so glücklich sein werden, wie wir es heute sind?“ fragte Izzie und schmiegte sie enger in Alex' Arme.
„Frag mich nochmal in 50 Jahren“, antwortete er grinsend.
Izzie begann leise zu kichern. „Okay!“ Sie besiegelte ihr Versprechen, indem sie ihre Arme um seinen Hals schlang und seine Lippen mit einem sinnlichen Kuss verschloss, der jegliche weitere Worte überflüssig machte.
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So, das war die Hochzeitsfeier und somit auch das Ende der Fanfic. Ich verabschiede mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn in den sieben Monaten, die ich an der FF geschrieben habe, sind mir alle Charaktere ans Herz gewachsen.
Trotzdem denke ich, dass ich einen guten Zeitpunkt gefunden habe, die FF zu beenden, auch wenn ich jetzt kein „The End“ darunter gesetzt habe.
Aus demselben Grund werde ich ich auch keinen Epilog zur FF schreiben. Wie es mit den beiden weitergeht, bzw. mit den Zwillingen, kann sich jeder selber ausmalen. Auch der Leser kann einmal seiner Fantasie freien Lauf lassen. Es sind sicher nicht alle Fragen beantwortet, bzw. alle losen Enden zusammengefügt. Aber einige Dinge habe ich schon vorgegeben, nämlich das MerDer endlich in ihr Traumhaus einziehen werden, Alex und Izzie dafür das Grey Haus übernehmen, Allyson in Seattle bleibt und das ehemalige Apartment von Alex und Izzie bezieht, sich Izzie und ihre Mutter versöhnt haben, genauso wie Ally und ihre Eltern, und auch das Geschlecht der Zwillinge steht fest. Ich habe mein Ziel, das ich anvisiert hatte, erreicht: Alex und Izzie sind verheiratet und können einer glücklichen Zukunft entgegen sehen.
Als letztes möchte ich allen meinen Lesern danken, die mir über die vielen Monate die Treue gehalten haben und mich mit ihren Bemerkungen und Kommentaren immer wieder aufs Neue motiviert haben, weiter zu machen. Ohne euch sind wir Geschichtenschreiber gar nichts! Und deshalb noch einmal ein dickes Dankeschön an euch!